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EE-Strom für <1 Ct/kWh: Warum Flexibilität jetzt über Ihre Kosten entscheidet

Windstrom kostet teils unter 1 Ct/kWh. Doch ohne Flexibilität zahlen Sie als Industrieunternehmen drauf. Wir zeigen, wie Sie die Volatilität zu Ihrem Vorteil nutzen.

Veröffentlicht 8. Juli 2026 · Autor: Christian Olma · Permalink

Die neue Preisrealität: Günstige Erzeugung, volatile Lieferung

Als Betreiber eines energieintensiven Unternehmens beobachten Sie die Energiemärkte genau. Wir bei Olmatic tun das auch – und die Daten von Ende Juni 2026 bestätigen einen fundamentalen Wandel: Die reinen Gestehungskosten für Strom aus erneuerbaren Energien haben ein historisches Tief erreicht. An der Börse sehen wir bereits Preise bis zu 0,51 Cent/kWh in Zeiten hoher Einspeisung.

Konkret bedeuten die jüngsten Auktionsergebnisse und Marktbeobachtungen:

  • Wind Onshore: Die Gestehungskosten bewegen sich in einer Spanne von nur noch 0,63 bis 1,11 Cent/kWh.
  • Wind Offshore: Hier liegen die Kosten bei etwa 0,8 Cent/kWh.

Diese Zahlen sind beeindruckend. Sie bedeuten jedoch nicht, dass Ihr Bezugspreis automatisch sinkt. Im Gegenteil: Die Kluft zwischen extrem günstigen und extrem teuren Stunden wird größer. Die Volatilität ist die neue Konstante – und sie stellt klassische Beschaffungsmodelle wie starre Bandlieferungen in Frage.

Vom passiven Bezieher zum aktiven Gestalter: Flexibilität als Wettbewerbsvorteil

Die zentrale Herausforderung für Ihr Unternehmen ist es, diese neue, volatile Preislandschaft zu Ihrem Vorteil zu nutzen. Wer passiv bleibt und Energie wie bisher beschafft, wird unweigerlich in Hochpreisphasen teuer einkaufen und die Chancen der Niedrigpreise verpassen. Der Markt belohnt nicht mehr den konstantesten Verbraucher, sondern den flexibelsten.

Die strategische Antwort auf diese Entwicklung ist der Aufbau und die Vermarktung von Flexibilität. Es geht darum, gezielt dann Strom zu verbrauchen oder zu speichern, wenn er im Überfluss vorhanden und damit extrem günstig ist, und den Bezug in teuren „Dunkelflauten“-Phasen zu minimieren.

Handlungsempfehlungen für Ihre Energiebeschaffung 2026+

Um von den niedrigen Gestehungskosten wirklich zu profitieren, müssen Sie Ihre Abhängigkeit von den Spitzenpreisen reduzieren. Aus unserer täglichen Arbeit mit Industrieunternehmen leiten wir drei strategische Kernmaßnahmen ab:

  1. Analyse und Aktivierung von Lastflexibilität: Prüfen Sie, welche Ihrer Produktionsprozesse oder Nebenaggregate eine Verschiebung des Stromverbrauchs zulassen (Demand Side Management). Unsere KI-Plattform visions analysiert Ihr Lastprofil präzise und identifiziert wirtschaftlich sinnvolle Potenziale zur Lastverschiebung in günstige Zeitfenster.
  2. Evaluierung von Batteriespeichern: Ein industrieller Batteriespeicher ist das entscheidende Werkzeug, um die Brücke zwischen volatiler Erzeugung und Ihrem Produktionsbedarf zu schlagen. Er ermöglicht es Ihnen, Strom für unter 1 Cent/kWh zu „tanken“ und ihn zu nutzen, wenn der Marktpreis um ein Vielfaches höher liegt. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung ist heute für fast jedes Unternehmen ab 2 GWh Jahresverbrauch sinnvoll.
  3. Neuausrichtung der Beschaffungsstrategie: Starre Lieferverträge verlieren an Attraktivität. Verhandeln Sie flexible Preismodelle und prüfen Sie Power Purchase Agreements (PPAs) mit EE-Entwicklern. Die Voraussetzung dafür ist jedoch immer, dass Sie Ihre eigene Flexibilität kennen und steuern können.

Fazit: Die Energiewende bietet der Industrie eine enorme Chance auf dauerhaft niedrige Energiekosten. Der Schlüssel zur Realisierung dieser Chance liegt nicht mehr allein in der Beschaffung, sondern im aktiven, datengestützten Management Ihrer Flexibilitätspotenziale. Investitionen in Speicher und intelligente Steuerung sind keine Option mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit für Ihre Wettbewerbsfähigkeit.