Künstliche Intelligenz senkt Energiekosten

Am Campus Schwarzwald in Freudenstadt werden die Produkte des Startups Olmatic GmbH weiterentwickelt und optimiert. Dabei geht es um eine Energiemanagementsystem für die Industrie.

Freudenstadt. Die Software soll dabei helfen, Lastspitzen im Energieverbrauch schon vorab zu erkennen, und gegenzusteuern, teilt der Campus Schwarzwald mit. Das soll ebenfalls dem Klimaschutz zugute kommen, da dabei auch regenerative Energien zum Einsatz kommen sollen.

Außerdem bieten die Energieversorger den Unternehmen finanzielle Anreize, wenn sie das Versorgungsnetz möglichst gleichmäßig belasten. Umgekehrt kann schon eine einzige Lastspitze (“Peak”), also ein kurzzeitig erhöhter Energieverbrauch, innerhalb eines Abrechnungszeitraums die Stromkosten nach oben treiben, auch wenn der durchschnittliche Jahresverbrauch viel niedriger liegt.

Das Startup Olmatic GmbH, das 2016 von den Brüdern Tobias, Christian und Patrick Olma gegründet wurde, hat sich dieser Thematik angenommen und bietet unter dem Namen “Olmatic Power Tracking” ein Energiemanagementsystem speziell für die Industrie an, bei dem Lastspitzen im Energiebereich automatisch durch eine künstliche Intelligenz erkannt und durch den intelligenten Bezug von regenerativen Energiequellen und -speichern ausgeglichen werden.

Dadurch werden die Energiekosten für Unternehmen reduziert und auch im Bezug auf die gesetzlichen Vorgaben zur Einhaltung der CO 2-Einsparung wird ein nachhaltiger Beitrag geliefert. Das Unternehmen bietet dabei eine Kombination aus Produkten der Hardware und der Software an, die komplett in Eigenentwicklung realisiert wurde und die volle Funktionalität eines intelligenten Energiemanagementsystems umfasst.

Detaillierte Vorhersagen über Lastspitzen

Dadurch könnten die Effektivität erhöht und Energiekosten signifikant optimiert werden, wird Christian Olma, verantwortlich für die Bereiche Marketing und Kommunikation, in der Pressemitteilung zitiert. Das System erfasst in Echtzeit über Sensoren entsprechende Parameter an jedem beliebigen Verbraucher, digitalisiert diese und legt sie an einem zentralen Speicherort ab. Diese Datensammlung bildet die Grundlage für den Einsatz der künstlichen Intelligenz des Systems.

Die eigens entwickelten Algorithmen analysieren den Datenbestand kontinuierlich, um Muster zu erkennen, die wiederum Informationen und Rückschlüsse darüber liefern, wann und aus welchem Grund eine Lastspitze aufgetreten ist. So sollen auch detaillierte Vorhersagen über Lastspitzen getroffen werden können.

Doch dafür bedürfe es einer maximalen Transparenz und einer Vielzahl an Daten pro Verbraucher, so Tobias Olma, der die technische Entwicklung der Produkte verantwortet. Die Messung des Gesamtverbrauchs am Hauptanschlusspunkt allein reiche dafür nicht mehr aus.

Die mitgelieferte und ebenfalls selbst entwickelte Software visualisiert die erfassten Daten. So hat der Benutzer stets eine übersichtliche Darstellung jeglicher Energie- und Kostenparameter und kann diese für weitere Analyse- und Optimierungszwecke nutzen. Sobald die Software eine Lastspitze erkennt oder vorhersagen kann, können regenerative Energiequellen und -speicher automatisch hinzugeschaltet werden.

Alternativ dazu ist es möglich, einer Lastspitze durch Lastabwurf, also einer Abschaltung oder Regulierung definierter Verbraucher, entgegenzuwirken. Dies kann automatisch passieren. Um das System speziell im Bereich der künstlichen Intelligenz in Verbindung mit Digitalisierungsmaßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und unter realistischen Bedingungen prüfen zu können, kooperiert Olmatic nun mit dem Campus Schwarzwald in Freudenstadt.

Rückmeldungen von Industriepartnern

Ziel ist es, die bisherigen Ergebnisse zu analysieren und Rückmeldungen der Industriepartner des Campus Schwarzwald zu erhalten, um so das Produkt nachhaltig weiterentwickeln und tief gehende Einblicke in die Bereiche Digitalisierung und künstliche Intelligenz gewinnen zu können.

“Die Infrastruktur des Campus Schwarzwald sowie der direkte Kontakt zu renommierten Unternehmen der Industrie aus dem Umkreis und das hervorragende Netzwerk in die universitäre Forschung und Lehre bilden für uns dabei die ideale Voraussetzung, unsere Strategie verfolgen und die daraus abgeleiteten Ziele erreichen zu können”, so Patrick Olma, Leiter des Bereichs Business Development.

Das System wird derzeit in enger Zusammenarbeit im Labor des Campus Schwarzwald in Zusammenhang mit den Anlagen und Maschinen der Industriepartner dort installiert und soll künftig als realistisches Referenzprojekt für weitere Schritte fungieren.

Post by co@olmatic.de

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