Strompreis 2026: Warum Gaskraftwerke den Preis bestimmen – und was du dagegen tun kannst
energieeinsparung unternehmen visions Feb 6, 2026 9:19:12 AM Chris 3 min read
Alle reden über hohe Strompreise. Kaum einer über den eigentlichen Preistreiber.
Die meisten Unternehmen glauben: Erneuerbare sind teuer, deshalb ist Strom teuer. Die Wahrheit ist das Gegenteil. Wind und Solar haben Grenzkosten nahe Null. Was den Preis treibt, sind Gaskraftwerke.
In diesem Beitrag erfährst du, warum das so ist – und welche drei Hebel du 2026 nutzen kannst, um deine Stromkosten zu senken.
Das Grenzkostenprinzip: So entsteht der Strompreis
Am deutschen Strommarkt gilt das Merit-Order-Prinzip: Alle Kraftwerke werden nach ihren Grenzkosten sortiert. Der teuerste Erzeuger, der noch gebraucht wird, bestimmt den Preis für alle.
Wind- und Solaranlagen haben Grenzkosten nahe Null. Einmal gebaut, produzieren sie praktisch kostenlos. Gaskraftwerke dagegen haben hohe variable Kosten – Brennstoffkosten, CO2-Zertifikate, Wirkungsgradverluste.
Das Problem: Solange die Nachfrage hoch genug ist, dass Gaskraftwerke einspringen müssen, setzen sie den Preis. Alle anderen Erzeuger – auch die günstigen Erneuerbaren – erhalten dann diesen Preis.
Vattenfall-Chef Robert Zurawski brachte es kürzlich auf den Punkt: Die Erneuerbaren senken den Strompreis. Die Gaskraftwerke treiben ihn nach oben.
PPAs: Der direkte Weg zu günstigerem Strom
Power Purchase Agreements umgehen das Merit-Order-Prinzip. Statt über den Spotmarkt zu kaufen, schließt du einen direkten Liefervertrag mit einem Erneuerbaren-Erzeuger.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Du zahlst einen fixen Preis pro kWh, unabhängig davon, was Gaskraftwerke gerade kosten. Langfristige Planbarkeit, oft für 5-15 Jahre. Und: Du sicherst dir physische Grünstrom-Mengen für deine CO2-Bilanz.
Der Haken: PPAs erfordern Mindestabnahmemengen. Für kleinere Mittelständler gibt es mittlerweile Aggregatoren, die mehrere Abnehmer bündeln.
Drei Schritte zur PPA-Prüfung:
- Analysiere deinen Lastgang: Wie viel Grundlast, wie viel Spitzenlast?
- Sprich mit deinem Versorger: Welche PPA-Optionen bieten sie an?
- Prüfe Absicherungsmodelle: Wie viel Spotmarkt-Exposure willst du behalten?
Großspeicher: Der unterschätzte Gamechanger
Neue Forschung von Neon und Consentec zeigt: Batteriespeicher haben einen erheblichen volkswirtschaftlichen Nutzen – auch bei rein marktlichem Betrieb. Sie glätten Preisschwankungen, reduzieren den Bedarf an teuren Gaskraftwerken und stabilisieren das Netz.
EnBW baut gerade einen 800-MWh-Speicher in Philippsburg – ohne Förderung. Das zeigt: Der Business Case funktioniert.
Aber es gibt ein Problem: Speicher reagieren auf Börsenpreise, nicht auf Netzengpässe. Die Forscher warnen vor zu viel Regulierung und fordern stattdessen bessere Preissignale – zeit- und ortsvariabel.
Für Unternehmen heißt das: Speicher werden Teil der Energiestrategie. Nicht nur für Eigenverbrauch, sondern als Flexibilitätsinstrument.
Netzentgelt-Entlastung: 6,5 Milliarden auf dem Tisch
Der Bund bezuschusst 2026 die Übertragungsnetzentgelte mit 6,5 Milliarden Euro. Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihre Entgelte mehr als halbiert – von 6,65 auf 2,86 Cent pro kWh.
Das Problem: Versorger sind nicht verpflichtet, die Senkung weiterzugeben. Laut Verivox kommt nur etwa ein Drittel bei den Endkunden an.
Was du tun solltest:
- Fordere eine Aufschlüsselung der Netzentgelte von deinem Versorger.
- Vergleiche mit den offiziellen Übertragungsnetzentgelten.
- Verhandle – oder wechsle.
Fazit: Die Energiewende macht Strom billiger – für die Aktiven
Der Strompreis 2026 wird nicht von den Erneuerbaren bestimmt, sondern von den Gaskraftwerken. Wer das versteht, kann handeln.
Drei Hebel stehen dir zur Verfügung:
- PPAs prüfen: Direktverträge mit Erneuerbaren-Erzeugern können günstiger sein als Spotmarkt.
- Flexibilität nutzen: Lastverschiebung und Speicher werden wertvoller.
- Netzentgelt-Entlastung einfordern: 6,5 Mrd. € sind beschlossen – ob du profitierst, liegt an dir.
Die Energiewende ist nicht das Problem. Sie ist die Lösung. Aber nur für die, die sie aktiv nutzen.
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Chris
Ich bin Christian Olma – CMO und Mitgründer von Olmatic. Ich baue Marken, die nicht nur sichtbar sind, sondern Richtung vorgeben. Meine Welt dreht sich um Greentech, datengetriebene Kommunikation und Marketingstrategien, die High-Impact liefern, statt heiße Luft. Bei Olmatic bringe ich unsere Lösungen für intelligente Energieoptimierung dorthin, wo sie hingehören: auf die große Bühne der Industrie. Mit klarer Story, messbarem Effekt und dem Anspruch, die Energiezukunft nicht nur zu erzählen – sondern aktiv zu gestalten.